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Spitzensport

Der Spannungsbogen von Stabilität und Dynamik

Swiss Tennis schafft Strukturen: Wir organisieren, finanzieren und entwickeln den Tennissport in der Schweiz. Auch der Spitzensport braucht dieses klare Fundament, um die Talentiertesten zu den Besten auszubilden. Doch während diese Basis stark und stabil sein muss, entscheidet sich der Erfolg an der Spitze in einem hochsensiblen, dynamischen Umfeld. Genau in diesem Spannungsfeld bewegen wir uns.

Technik und Talent allein genügen nicht

Im Nationalen Leistungszentrum in Biel finden unsere Athlet:innen Stabilität. Technik, Wiederholung und langfristiger Aufbau stehen im Zentrum: Das Training folgt klaren Prozessen, das Umfeld gibt Sicherheit, Entwicklung geschieht systematisch und es werden sogenannte «Hard Skills» geübt und entwickelt.

Im Turniermodus verändert sich die Realität. Erwartungen, Druck und Resultatorientierung prägen das Umfeld. Hier entscheiden zusätzlich «Soft Skills» wie Emotionsregulation, Selbstbild, Energiehaushalt sowie Entwicklungs- und Anpassungsfähigkeit über Sieg oder Niederlage.

Struktur allein gewinnt keine Matches. Der Unterschied entsteht im souveränen Umgang mit Ungewissheit. Diese Kompetenzen bündeln wir im «Swiss Tennis Way», nach welchem unsere Nationaltrainer ihre Schützlinge gezielt entwickeln. ( LINK AUF DIE WEBSEITE).

Breite als Fundament der Spitze

Die Kaderbreite ist auch auf regionaler und überregionaler Stufe aktuell grösser denn je. Mit der verstärkten überregionalen Förderung wird der Übergang vom regionalen zum nationalen Niveau professioneller begleitet, im Wissen, dass der Weg noch lang ist. Gerade bei den Boys ist eine spätere Leistungsentwicklung oft nachhaltig und kein Nachteil. Eines ist auch im Sport klar: Breite schafft Substanz und Substanz schafft Spitze.

In den vergangenen Jahren ist entsprechend auch die erweiterte Spitze auf Profistufe etwas breiter geworden: Sowohl bei den Frauen als auch bei den Männern stehen mehr Schweizer Athlet:innen in den Top 300. Mehr Breite erhöht die Wahrscheinlichkeit für Exploits auf internationaler Bühne.

Ein solcher Exploit gelang Henry Bernet. Der 18-Jährige gewann als erster Schweizer das Juniorenturnier der Australian Open und übernahm kurz darauf die Führung der Juniorenweltrangliste. Seit rund drei Jahren trainiert er im NLZ in Biel. Technisch ist Bernet hervorragend ausgebildet. Nun rückt der Feinschliff in den entscheidenden mentalen und strategischen Bereichen gemäss Swiss Tenis Way in den Fokus.

Wie er seine Position auf dem aktuellen Weg einschätzt, gibt’s hier nachzulesen (LINK SELBSTBEURTEILUNG HENRY)

Rückschlag und Aufbruch bei den Nationalteams

Im Davis Cup musste die Schweiz 2025 zwei Niederlagen hinnehmen: zuerst gegen Favorit Spanien im Januar, im Herbst dann auch im Abstiegsplayoff gegen Indien. Dieser Rückschlag wirkt als Weckruf. Die Struktur wird überprüft, mit einem jungen Team soll gemeinsam ein neuer Aufbau erfolgen.

Im Billie Jean King Cup hingegen gelang eine positive Überraschung: In Argentinien gewann die Schweiz ihre Dreiergruppe. Eine überragende Simona Waltert sowie ein starkes Doppel mit Céline Naef sicherten den Erfolg über zwei stärker eingeschätzte Gegner. 2026 spielt die Schweiz damit bei den Frauen wiederum in der obersten Gruppe um die Qualifikation für die Finals. Mit der Perspektive, dass zusätzlich höher klassierte Spielerinnen wieder zur Verfügung stehen, entsteht eine vielversprechende Ausgangslage.

Struktur weiter geschärft

2025 wurde die Organisation im NLZ gezielt angepasst, um Übergänge zwischen den Kaderstufen klarer und gleichzeitig individueller zu gestalten. Michael Lammer verantwortet als Headcoach Nachwuchsförderung die strategische Führung aller Kaderstufen. Die Neuordnung stärkt die Durchlässigkeit vom regionalen Bereich bis an die Spitze – zentral in Biel und dezentral im Coaching Netzwerk. Jens Gerlach übernimmt neu als Nachwuchstrainer U16 die Integration der Next Gen ins NLZ. Während ein bis drei Jahren begleitet er die jungen Athlet:innen eng, bevor sie an einen Nationaltrainer übergeben werden, der sie auf die nächste Leistungsstufe vorbereitet.

Ein Beispiel eines solchen Athleten ist Alessandro Hunziker: Unter der Betreuung von Gerlach entwickelte sich der Berner im Berichtsjahr zum A-Kaderathleten und gewann EM-Bronze U16. 2026 erfolgt der Wechsel zu einem spezialisierten Nationaltrainer, um ihn sowohl in den hard und den soft skills gezielt auf Junioren-Grand-Slam-Niveau vorzubereiten.

Austausch als gemeinsame Basis

Dem aus dem ehemaligen Partner Academy-Netzwerk entstandenen Coaching Netzwerk gehören aktuell 18 namhafte Trainerinnen und Trainer an, die dezentral mehrheitlich U15-Kaderathlet:innen fördern und entwickeln. Mit ihnen arbeiten wir daran, die Basis- und Aufbauarbeit zu stärken, Inputs zu geben, den Austausch zu fördern und Athlet:innen gemeinsam stufenweise zu entwickeln. Schritt für Schritt wachsen so die dezentral trainierenden U15-Junior:innen an die Ausbildungsanforderungen im NLZ heran; nach zwei bis drei Jahren im NLZ sind sie dann bereit für die Übergangsphase 18+.

Internationale Präsenz gezielt ausgebaut

Die internationale Turnierlandschaft in der Schweiz wurde weiterentwickelt: von 25 Turnieren im Vorjahr auf 31 im Jahr 2025. Anfang 2026 folgt zusätzlich ein internationales U12-Turnier in Biel, eingebettet zwischen Junioren-Schweizermeisterschaften und Team-EM. Als nationales Kompetenzzentrum schafft das Leistungszentrum bewusst internationale Vergleichsmöglichkeiten vor der Haustüre. Die Planung des Turnierkalenders verstehen wir als dynamischen Prozess, der jährlich überprüft und optimiert wird.

Doch selbst die besten Rahmenbedingungen genügen nicht. Entscheiden ist, dass die einzelnen Athle:innen aus den aus unserer Sicht aktuell bestmöglichen Rahmenbedingungen noch mehr herausholen müssen, um in den Momenten der Ungewissheit besser zu bestehen. Damit landen wieder beim Fokus auf die «Soft Skills», die mindestens mit gleicher Konsequenz entwickelt werden müssen wie die technischen Aspekte des eigenen Spiels.

Turniererfolge 2025

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